Lexikon: kleines TCM – ABC
Lexikon: kleines TCM – ABC
Akupunkturpunkte:
Grundlage ist die Vorstellung von Energiebahnen im Körper. Krankheiten sind demnach Blockaden, die mit Nadeln aufgelöst werden.
Dekokt:
Auf die Befindlichkeit des Patienten zugeschnittener Extrakt aus pflanzlichen, mineralischen und animalischen Substanzen.
Meridiane:
Chinesischer Vorstellung zufolge verläuft der Fluss des Qi entlang spezifischer Bahnen, die den gesamten Körper überziehen. Jeder dieser Meridiane ist einem der Organe der TCM-Anatomie zugeordnet. Wird ein krankhafter Zustand eines dieser Organe diagnostiziert, versucht der Akupunktur-Therapeut, dessen “gestörten Qi-Fluss” wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu sticht er – sofern er der Lehre streng folgt – seine Nadeln in genau bezeichnete Punkte auf dem jeweiligen Meridian ein. Das System der Meridiane findet auch bei Akupressur und Tuina-Massage Anwendung. Ein gestörter Energiefluss führt zu Krankheiten.
Moxibustion:
Form der Hitzetherapie, bei der ein getrockneter Beifuß-kegel an den Akupunkturpunkten zum Glimmen gebracht wird. Regt den Qi-Fluss an.
Meridian-Uhr:
Sie zeigt an, um welche Uhrzeit das Qi durch welche Organe und die dazugehörigen Meridiane fließen soll. Wacht ein Patient regelmäßig nachts um vier auf, würde dies zum Beispiel auf eine Störung des Funktionskreises der Lunge hinweisen.
Pulsdiagnose:
Im Gegensatz zum schulmedizinischen Puls kennt die TCM bis zu 32 verschiedene Pulskombinationen. Gefühlt wird mit Zeige-, Ring- und Mittelfinger an der Hauptschlagader am Handgelenk beider Arme, sowohl an der Oberfläche als auch in der Tiefe.
Qi:
Eine genaue Übersetzung gibt es nicht. Am häufigsten wird es als Lebensenergie bezeichnet. Es soll durch die Meridiane fließen und alle Organe versorgen. Fließt das Qi ausreichend und ungehindert, ist der Mensch nach Vorstellung der TCM gesund. Ein gestörter Qi-Fluss oder ein Qi-Mangel machen krank.
Qi-Gong:
Körperübungen, die Achtsamkeit, Atmung und langsame, fließende Bewegungen kombinieren.
Schröpfen: Saugnäpfe sollen durch Unterdruck Qi-Stockungen im darunter liegenden Gewebe auflösen.
Sieben Emotionen: Ein Übermaß an Ärger, Kummer, Schwermut, Angst, exzessiver Freude, Furcht und Traurigkeit gelten als krankmachende Faktoren. Sie sollen das Qi aus dem Gleichgewicht bringen und die Organe beeinträchtigen – besonders empfindlich reagieren Herz und Leber. Die dadurch verursachten “inneren” Erkrankungen sind nach TCM-Auffassung häufig chronischer Natur.
Xue:
Wird oft mit “Blut” übersetzt, entspricht aber nicht dem schulmedizinischen Begriff. In der traditionellen chinesischen Medizin gibt es kein Blutbild mit Blutfett, -gerinnungs- oder anderen Werten. Das Xue wird aus der Nahrung gewonnen. Es reift im Magen und wird dann als Essenz in der Milz destilliert, zur Lunge transportiert und vermischt sich dort mit dem Atem-Qi zum endgültigen Xue.
Yin und Yang:
Die Theorie von Yin und Yang ist der Eckpfeiler der TCM. Die beiden Gegensätze bringen einander hervor und ergänzen sich. Sind sie im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund. Yin, wörtlich “die schattige Seite eines von der Sonne beschienenen Berges”, steht für das Innere, Kälte, Blässe, Leere, Dunkel, Nacht, das Ruhige, das Weibliche. Im Gegensatz dazu ist Yang “die sonnige Seite des Berges” und wird mit außen, Fülle, Hitze, Rötungen, dem Tag, dem Hellen, Aktivität und dem Mann assoziiert. Yin ist Wasser, Yang Feuer. Jedes Organ ist einem der beiden Parteien zugeordnet.
Zungendiagnose:
Neben der Pulsdiagnose wichtigste Untersuchungsmethode in der TCM. Die Form des Zungenkörpers soll Aufschluss geben über energetische Schwächen, Stauungen, und den Zustand der einzelnen Organe. Anhand von Zungenbelag und -farbe erkennt der Therapeut “Hitze”- oder “Kälte”- Schädigungen und ob “Feuchtigkeit” oder “Trockenheit” vorliegen.
